Das Elterngeld ist für viele Familien in Deutschland eine wichtige finanzielle Unterstützung, wenn ein Kind geboren wird. Doch wie genau funktioniert das Elterngeld aktuell? Welche Ansprüche hast Du, wie wird es berechnet und was hat sich in den Jahren 2024 und 2025 geändert? In diesem Beitrag geben wir Dir einen verständlichen Überblick zur aktuellen Rechtslage beim Elterngeld (Stand 2025/2026). So kannst Du Deine eigene Situation besser einschätzen und die richtigen Entscheidungen für Deine Familie treffen. Bitte beachte, dass dieser Beitrag keine verbindliche Rechtsberatung ersetzt. Für individuelle Fragen wendest Du Dich am besten an das zuständige Elterngeldbüro oder offizielle Beratungsstellen.
Was ist Elterngeld?
Elterngeld ist eine finanzielle Hilfe vom Staat, die frischgebackenen Eltern unter die Arme greift. Es ist dafür da, damit ihr euch keine Sorgen machen müsst, wenn ihr wegen eures Babys weniger oder gar nicht arbeiten könnt. Das Elterngeld fängt einen Teil vom wegfallenden Einkommen auf und gibt euch die Möglichkeit, die wertvolle Zeit mit eurem kleinen Schatz in der Elternzeit richtig zu genießen.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?
Grundsätzlich haben Eltern Anspruch auf Elterngeld, wenn sie
- ihr Kind selbst betreuen und erziehen,
- mit ihrem Kind in einem Haushalt leben,
- nicht mehr als 32 Stunden pro Woche arbeiten und
- in Deutschland wohnen oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben.
Eltern, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, selbstständig sind oder arbeitslos sind, können ebenfalls Elterngeld beantragen, sofern die oben genannten Bedingungen erfüllt sind.
Höhe und Berechnung des Elterngeldes
Das Elterngeld beträgt mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro pro Monat. Wie viel genau Sie bekommen, hängt von Ihrem vorherigen Einkommen ab.
- Basiselterngeld
- Das Elterngeld ersetzt in der Regel 65 bis 67 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens vor der Geburt. Bei geringeren Einkommen kann der Prozentsatz bis zu 100 Prozent betragen.
- Mindesteinkommen: Sie erhalten mindestens 300 Euro, auch wenn Sie vorher kein Einkommen hatten.
- Höchstbetrag: Das Elterngeld ist auf 1.800 Euro pro Monat begrenzt.
Bezugsdauer und Varianten des Elterngeldes
Das Elterngeld können Eltern in verschiedenen Varianten beziehen:
Basiselterngeld
- Bezugsdauer:
Maximal 12 Monate pro Elternteil, insgesamt 14 Monate für beide Eltern zusammen, wenn beide Eltern Elterngeld beziehen und sich die Betreuung teilen. - Zweck:
Unterstützung in der ersten Zeit nach der Geburt.
ElterngeldPlus
- Bezugsdauer:
Bis zu 24 Monate ElterngeldPlus, wobei ein Euro ElterngeldPlus nur halb so hoch ist wie ein Euro Basiselterngeld, dafür aber doppelt so lange gezahlt wird. - Vorteil:
Besonders geeignet, wenn Eltern während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten möchten. - Plus-Partnerbonus:
Zusätzlich gibt es einen Bonus von 4 Monaten, wenn beide Elternteile in der Elternzeit gleichzeitig in Teilzeit arbeiten (zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche).

Aktuelle Änderungen beim Elterngeld ab 2024/2025
Im Laufe der letzten Jahre gab es einige wichtige Anpassungen im Elterngeldrecht. Ab 2025 gelten folgende Neuerungen:
Einkommensgrenzen und Anrechnung von Einkommen
- Die Einkommensgrenze für den Bezug von Elterngeld wurde 2024 angepasst: Nun dürfen Eltern während des Bezugs von Elterngeld bis zu 32 Stunden pro Woche arbeiten und dabei bis zu einem bestimmten Freibetrag Einkommen erzielen, ohne dass das Elterngeld gekürzt wird.
- Freibetrag: Für Einkommen aus Teilzeitjobs während der Elternzeit gilt ein Freibetrag von aktuell 150 Euro monatlich (Stand 2025). Einkommen, das darüber hinausgeht, wird auf das Elterngeld angerechnet.
- Diese Regelung soll Eltern mehr Flexibilität beim Wiedereinstieg in den Job ermöglichen.
Verbesserte Gleichstellung und neue Förderformen
- Im Jahr 2024 wurde der sogenannte „Partnerschaftsbonus“ gestärkt, um die gemeinsame Betreuung und Erwerbstätigkeit von beiden Elternteilen zu fördern.
- Zudem gibt es seit 2025 verstärkt Beratung und Informationsangebote zu ElterngeldPlus und Teilzeitmodellen.
Politische Entwicklungen
- Die Bundesregierung plant weiterhin, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Vorgeschlagen sind u.a. bessere Informationsangebote sowie eine Digitalisierung der Antragsverfahren.
- Eine Anhebung des Mindestelterngeldes auf 400 Euro wird diskutiert, ist aber noch nicht beschlossen (Stand Juni 2025).
Häufige Fragen zum Elterngeld
Wie viel Elterngeld bekomme ich?
Das hängt von Ihrem Einkommen vor der Geburt ab. Zur groben Orientierung: Das Elterngeld ersetzt etwa 65 % des wegfallenden Nettoeinkommens. Wer kein Einkommen hatte, erhält mindestens 300 Euro. Für eine genaue Berechnung empfiehlt sich der Elterngeldrechner auf dem Familienportal (familienportal.de).
Kann ich während des Bezugs von Elterngeld arbeiten?
Ja, aber es gibt Grenzen. Sie dürfen bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten. Einkommen aus Teilzeitjobs bis 150 Euro monatlich wird nicht auf das Elterngeld angerechnet. Höheres Einkommen wird gekürzt.
Wie teilen wir das Elterngeld als Eltern am besten auf?
Das hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Das Basiselterngeld kann maximal 14 Monate zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt werden (mindestens 2 Monate müssen vom zweiten Elternteil genommen werden). ElterngeldPlus bietet mehr Flexibilität, vor allem wenn Sie in Teilzeit arbeiten möchten. Der Partnerschaftsbonus ermutigt beide Eltern, parallel in Teilzeit zu arbeiten.

Konkrete Beispiele
Beispiel 1: Mutter mit Vollzeitjob vor der Geburt, Vater arbeitet auch Vollzeit
- Mutter nimmt 12 Monate Basiselterngeld und Elternzeit.
- Vater nimmt 2 Monate Basiselterngeld (oft „Vätermonate“ genannt).
- Beide profitieren von gemeinsamem Elterngeld.
Beispiel 2: Mutter möchte nach 3 Monaten in Teilzeit (20 Std./Woche) arbeiten, Vater nimmt 4 Monate Elternzeit
- Mutter nutzt 6 Monate Basiselterngeld und anschließend 12 Monate ElterngeldPlus.
- Vater nimmt 4 Monate Basiselterngeld.
- So bleibt das Einkommen besser erhalten und die Betreuung wird flexibel geteilt.
Beispiel 3: Eltern möchten beide gleichzeitig in Teilzeit arbeiten (jeweils 25 Stunden)
- Beide beantragen ElterngeldPlus und erhalten den Partnerschaftsbonus von 4 zusätzlichen Monaten.
- Die Elternzeit und das Elterngeld werden so optimal aufgeteilt.
Wichtige Tipps für Dich
- Beantrage das Elterngeld rechtzeitig – am besten direkt nach der Geburt oder sogar schon vorher.
- Nutze die offiziellen Elterngeldrechner, um Deine Ansprüche zu überschlagen.
- Informiere dich über die verschiedenen Varianten (Basiselterngeld, ElterngeldPlus, Partnerschaftsbonus).
- Denke daran, dass das Elterngeld nur ein Teil der finanziellen Unterstützung ist – prüfe auch andere Leistungen, z. B. Kindergeld.
- Bei Unsicherheiten oder individuellen Fragen wende dich an die Elterngeldstellen oder Familienberatungen.
Fazit
Das Elterngeld hilft jungen Familien, finanziell durchs erste Jahr mit Baby zu kommen und Elternzeit zu nehmen. Seit 2024/2025 gibt es neue Regeln, die den Wiedereinstieg in den Job einfacher machen und Eltern dabei unterstützen, sich die Betreuung des Kindes besser zu teilen. Mit Basiselterngeld, ElterngeldPlus und dem Partnerschaftsbonus können Eltern die Elternzeit flexibel planen. Nutze die offiziellen Infos und Elterngeldrechner, um herauszufinden, was für Dich am besten passt. So bekommst Du die Unterstützung, die Du brauchst.
Quellen und weiterführende Links
- Familienportal des Bundes: www.familienportal.de
- Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ): www.bmfsfj.de
- Elterngeldrechner und Antragsformulare: www.elterngeld.net
Stand der Informationen: Juni 2025
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Änderungen im Gesetz können jederzeit erfolgen. Bitte informiere dich bei offiziellen Stellen regelmäßig über aktuelle Entwicklungen.






