Bozen zählt zu den schönsten Städten Südtirols. Zwischen historischen Lauben, dem Waltherplatz, kleinen Gassen und zahlreichen Sehenswürdigkeiten verbindet die Stadt Geschichte, Genuss und modernes Leben auf ganz besondere Weise.
Wer an Bozen denkt, denkt oft zuerst an Ötzi. Der Mann aus dem Eis ist schließlich einer der bekanntesten Bewohner Südtirols – auch wenn seine Geschichte bereits mehr als 5.000 Jahre zurückliegt.

Doch Bozen lebt nicht nur von seiner Vergangenheit. Die Landeshauptstadt Südtirols verbindet Geschichte, Genuss, Kunst, Handwerk und Innovation auf eine ganz besondere Weise. Genau das wollten wir uns in diesem Frühjahr selbst ansehen.
Manchmal braucht es einfach einen zweiten Blick
Dieses Jahr verbrachten wir einige wunderschöne Tage im Hotel Lamm in Kastelruth. Ehrlich gesagt hätte mein Mann den freien Tag am liebsten am Sky Pool verbracht – bei dieser Aussicht konnte man ihm das kaum verübeln.
Doch wer mich kennt, weiß: Wenn ich sage „Wir machen einen Ausflug.“, dann machen wir einen Ausflug.
Also ging es nach Bozen.
Geparkt haben wir ganz entspannt in der Tiefgarage unter dem Waltherplatz. Oben angekommen standen wir mitten auf dem großen Platz. Mein Mann schaute sich kurz um und meinte trocken:
„Na ja … ein Platz wie überall.“ Ich musste lachen. „Gib der Stadt doch einfach einen zweiten Blick.“
Und genau das machten wir.


Wir bogen in die erste kleine Gasse ein. Dann in die nächste. Hinter jeder Ecke wartete etwas Neues. Kleine Innenhöfe. Historische Fassaden. Cafés mit italienischem Flair. Liebevoll dekorierte Geschäfte. Menschen, die das Leben sichtbar genießen.
Ich kam aus dem Fotografieren überhaupt nicht mehr heraus.
Irgendwann blieb mein Mann stehen, schaute sich um und sagte grinsend:
„Na gut … eigentlich ist es ja viel schöner, als ich gedacht habe, als wir in die Stadt reingefahren sind.“
Und wisst ihr was?
Er hatte Recht.
Bozen ist keine Stadt, die sich sofort aufdrängt. Sie entfaltet ihren Charme Schritt für Schritt. Gasse für Gasse. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt plötzlich überall kleine Geschichten.



Eine Stadt, die von ihren Menschen lebt
Natürlich gehört Ötzi zu Bozen. Doch mindestens genauso spannend sind die Menschen, die die Stadt heute prägen.
Es sind Köchinnen und Köche, Gastgeber, Künstlerinnen, Designer, Handwerker und Winzer, die Bozen jeden Tag ein Stück weiterentwickeln – ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen.
Genau diese Mischung macht die Stadt so besonders.
Genuss zwischen Tradition und Moderne
Gastfreundschaft gehört seit Jahrhunderten zu Bozen. Heute bekommt sie neue Gesichter.
Im traditionsreichen Parkhotel Laurin bringt Küchenchef Dario Tornatore seine Erfahrungen aus London, Japan, Rom und Bahrain mit nach Südtirol. Im Fine-Dining-Restaurant ConTanima entstehen Gerichte, die regionale Zutaten mit internationalen Einflüssen verbinden. Für ihn ist Kochen eine kreative Werkstatt, in der ständig neue Ideen entstehen.
Nur wenige Schritte entfernt beginnt auch im Boutique Hotel Eisenhut ein neues Kapitel. Das denkmalgeschützte Haus wurde 2025 liebevoll neu eröffnet. Historische Mauern treffen hier auf modernes Design, begrünte Innenhöfe sorgen mitten in der Altstadt für Ruhe. Gastgeberin Sophie Dellago möchte einen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen – genau das spürt man.


Wo aus Loden Zukunft wird
Bozen war schon immer eine Handelsstadt. Stoffe und Textilien spielten dabei über Jahrhunderte eine wichtige Rolle.
Bis heute.
Das Traditionshaus Oberrauch Zitt befindet sich seit 1848 in Familienhand und entwickelte sich vom Tuchhandel zu einer der bekanntesten Modeadressen Südtirols. Heute führt Heiner Oberrauch diese Geschichte weiter und zeigt, wie sich Tradition immer wieder neu interpretieren lässt.


Währenddessen wird im NOI Techpark bereits an den Textilien von morgen gearbeitet. Forschende der Freien Universität Bozen entwickeln intelligente Stoffe, die Körperfunktionen messen, die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen oder völlig neue Einsatzmöglichkeiten schaffen – immer mit Blick auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.
Kunst, die zum Gespräch einlädt
Auch Kunst gehört zu Bozen.
Das Museion zählt zu den bedeutendsten Museen für moderne und zeitgenössische Kunst in Italien. Unter Direktor Bart van der Heide versteht sich das Haus nicht nur als Museum, sondern als Ort des Austauschs und der Inspiration.
Einen ganz eigenen Ansatz verfolgt die Fondazione Antonio Dalle Nogare. Internationale Künstlerinnen und Künstler leben und arbeiten hier zeitweise zusammen. Ausstellungen, Bildungsprojekte und Veranstaltungen bringen unterschiedlichste Perspektiven zusammen.


Handwerk mit neuen Ideen
Bozen zeigt, dass Tradition niemals Stillstand bedeutet.
Designer David Duzzi verwandelt alte Autositze, Badewannen oder Melkeimer in außergewöhnliche Möbel und Kunstobjekte. Nachhaltigkeit wird hier kreativ gedacht. Richtig cool!
Bildhauer Manuel Tschager verbindet Holz, Stein, Metall und Glas mit klassischer Handwerkskunst. Seine Werke zeigen eindrucksvoll, wie zeitlos gutes Handwerk sein kann.


Wein gehört einfach zu Bozen
Wer durch Bozen spaziert, entdeckt schnell die Weinberge rund um die Stadt.
Auf dem St.-Magdalener-Hügel produziert Katharina Martini charaktervolle Weine, die den besonderen Charakter dieser Region widerspiegeln.
Ganzheitlich arbeiten Martin und Marion Gojer auf ihrem biodynamischen Weingut Pranzegg. Hier gehören Schafe, Bienen und Obstbäume genauso selbstverständlich zum Weinberg wie die Rebstöcke.
Noch weiter zurück reichen die Geschichten der Weingüter Schmid Oberrautner, das seit 1363 von derselben Familie bewirtschaftet wird, und Josephus Mayr, dessen Geschichte bereits 1629 begann. Beide zeigen eindrucksvoll, wie lebendig Tradition bis heute sein kann.



Warum Bozen uns überrascht hat
Vielleicht ist genau das das Geheimnis dieser Stadt.
Bozen möchte niemanden beeindrucken.
Die Stadt zeigt sich nicht laut oder spektakulär. Sie lässt sich entdecken.
Mit jeder kleinen Gasse. Mit jedem Innenhof. Mit jedem Glas Wein. Mit jeder Begegnung.
Für uns war Bozen am Ende genau das, was wir am liebsten mögen: ein Ort voller Geschichten.
Und manchmal beginnt die schönste Geschichte tatsächlich mit einem Satz wie:
„Na ja … ein Platz wie überall.“

Familyflair-Tipp
Wer Bozen besucht, sollte sich nicht nur den Waltherplatz anschauen. Lauft einfach los. Lasst euch treiben. Biegt auch mal in die kleinen Seitengassen ab und nehmt euch Zeit für einen Cappuccino oder ein Eis.
Denn genau dort zeigt Bozen seinen wahren Charakter.
Und vielleicht hört ihr am Ende – genau wie wir – den Satz:
„Eigentlich ist es hier noch viel schöner, als ich gedacht habe.“
Unsere Tipps für Familien in Bozen
- 🦣 Ötzi im Südtiroler Archäologiemuseum besuchen
- 🍦 Eis auf dem Waltherplatz genießen
- 🚡 Mit der Seilbahn auf den Ritten fahren
- 🛍️ Durch die Laubengassen bummeln
- Von April bis Oktober werden täglich geführte Stadtrundgänge angeboten. Kinder bis zu 14 Jahren können kostenlos teilnehmen (ausgenommen Museumseintritte). Und mit der Bozen Card wird es auch für die Eltern günstig! Noch mehr richtig coole Ideen.
Veranstaltungen für Familien in Bozen
Langweilig wird es in Bozen eigentlich nie. Über das ganze Jahr verteilt finden Märkte, Feste und zahlreiche Veranstaltungen statt, die auch für Familien mit Kindern spannend sind. Besonders diese beiden Highlights solltet ihr euch vormerken:
Erntedankfest
Einmal im Jahr verwandelt sich Bozen in den größten Bauernmarkt Südtirols. Regionale Spezialitäten, traditionelles Handwerk, Musik und viele Mitmachangebote machen das Fest zu einem besonderen Erlebnis für die ganze Familie.
Bozner Christkindlmarkt
Wenn der Waltherplatz in weihnachtlichem Glanz erstrahlt, gehört der Bozner Christkindlmarkt zu den schönsten Weihnachtsmärkten Italiens. Kinder dürfen sich auf festliche Dekoration, den großen Weihnachtsbaum, süße Leckereien und eine ganz besondere Adventsstimmung freuen. Hier findet ihr direkt mal das Programm.

💡 Unser Tipp: Vor eurem Besuch lohnt sich immer ein Blick in den offiziellen Veranstaltungskalender der Stadt. Dort findet ihr aktuelle Termine zu Familienfesten, Märkten, Konzerten und vielen weiteren Events in Bozen.






