Kennt ihr das? Ihr seht einen Bericht im Fernsehen und denkt plötzlich: „Wie bitte? Darüber habe ich mir ja noch nie Gedanken gemacht.“ Genau so ging es mir heute. Ich musste direkt tiefer einsteigen – und je mehr ich gelesen habe, desto spannender wurde das Thema. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Weisstorch Copyright: Dorothea Bellmer

Wer in den letzten Wochen mit offenen Augen unterwegs war, hat sie vielleicht schon entdeckt: hoch oben auf einem Kirchturm, auf einem eigens errichteten Storchenmast oder majestätisch über einer Wiese kreisend. Weißstörche gehören wieder zum Landschaftsbild – und das ist alles andere als selbstverständlich.

Noch vor wenigen Jahrzehnten sah die Zukunft des Weißstorchs düster aus. Heute gilt er als eine der größten Erfolgsgeschichten des Naturschutzes in Deutschland. Mehr als 12.000 Brutpaare ziehen inzwischen jedes Jahr ihre Jungen groß – so viele wie seit langer Zeit nicht mehr.

Vom Sorgenkind zum Glücksboten

In den 1970er- und 1980er-Jahren war der Weißstorch in Deutschland stark gefährdet. Feuchtgebiete wurden trockengelegt, Wiesen verschwanden und viele Flächen wurden intensiv bewirtschaftet. Dadurch fanden die großen Vögel immer weniger Nahrung.

Heute sieht die Situation deutlich besser aus. Feuchtwiesen wurden renaturiert, Flüsse erhielten wieder mehr natürliche Überschwemmungsflächen und vielerorts entstanden sichere Nistmöglichkeiten auf speziellen Storchenmasten oder Hausdächern. All das hat dazu beigetragen, dass sich der Weißstorch wieder ausbreiten konnte.

Heute lebt er wieder in fast allen Bundesländern – von Schleswig-Holstein bis Bayern.

Copyright: Dorothea Bellmer
Copyright: NABU/ K.-M. Thomsen

Warum fühlen sich Störche wieder wohl?

Ein Storch braucht eigentlich gar nicht so viel. Vor allem braucht er genügend Futter und einen sicheren Platz für sein Nest.

Auf seinem Speiseplan stehen unter anderem:

  • 🐭 Mäuse
  • 🐸 Frösche
  • 🪱 Regenwürmer
  • 🦗 Insekten
  • 🐟 kleine Fische
  • 🦎 Eidechsen

Besonders nach einem kräftigen Regenschauer freuen sich Störche. Dann kommen viele Regenwürmer an die Oberfläche – für die großen Vögel ein echtes Festmahl.

Copyright: NABU/Natalie Meyer

Facts für kleine Storchenfans

❤️ Störche klappern statt zu singen

Während viele Vögel singen, begrüßen sich Störche mit lautem Schnabelklappern. Damit begrüßen sie ihren Partner und verteidigen gleichzeitig ihr Nest.

🪺 Ein Nest kann schwerer sein als ein Kleinwagen

Störche bauen jedes Jahr weiter an ihrem Nest. Manche Nester werden über Jahrzehnte genutzt und können mehrere hundert Kilogramm wiegen.

✈️ Fast ohne Flügelschlag unterwegs

Störche nutzen warme Luftströmungen. Dadurch gleiten sie oft kilometerweit, ohne ständig mit den Flügeln schlagen zu müssen. Das spart jede Menge Energie.

👶 Einmal Nachwuchs pro Jahr

Ein Storchenpaar zieht in der Regel nur eine Brut pro Jahr groß. Meist legt das Weibchen drei bis fünf Eier.

🌍 Tausende Kilometer auf Reisen

Unsere Weißstörche verbringen den Winter meist in Afrika oder Südeuropa. Dafür legen sie jedes Jahr mehrere Tausend Kilometer zurück.

🦵 Warum stehen Störche oft auf einem Bein?

Das sieht lustig aus, hat aber einen guten Grund: So verlieren sie weniger Körperwärme.

Der Klapperstorch – woher kommt eigentlich die Geschichte?

Fast jedes Kind kennt die Erzählung vom Klapperstorch, der Babys bringt. Tatsächlich hat diese Geschichte schon viele hundert Jahre auf dem Buckel.

Weil Störche oft auf Hausdächern nisteten und jedes Frühjahr wiederkehrten, galten sie als Glücksbringer. Irgendwann entstand daraus die bekannte Geschichte, die bis heute erzählt wird.

Und JA, da war doch noch was- kennt ihr das alte Kinderlied: Auf unsrer Wiese gehet was?

Ein gutes Zeichen für unsere Natur

Dass wir heute wieder so viele Störche beobachten können, zeigt: Naturschutz wirkt.

Wo Wiesen, Moore und Flussauen erhalten bleiben, profitieren nicht nur Störche. Auch Frösche, Libellen, Schmetterlinge und viele andere Tierarten finden dort wieder einen Lebensraum.

Der Weißstorch ist deshalb nicht nur ein beeindruckender Vogel, sondern auch ein Botschafter für eine gesunde Natur.


🧐 Familyflair-Mitmachidee: Storchen-Safari

Beim nächsten Spaziergang oder Fahrradausflug lohnt sich der Blick nach oben.

Was könnt ihr entdecken?

☐ Einen fliegenden Storch
☐ Ein Storchennest auf einem Dach oder Mast
☐ Ein klapperndes Storchenpaar
☐ Jungstörche im Nest
☐ Einen Storch auf Futtersuche

📸 Unser Tipp: Habt ihr einen Storch entdeckt? Macht – mit genügend Abstand – ein Foto und schickt es uns an info@familyflair.de. Schreibt unbedingt wo ihr ihn entdeckt habt! Vielleicht entsteht daraus ja unsere große Familyflair-Storchenkarte mit den schönsten Storchenorten Deutschlands.

💡 Wusstet ihr schon?

Ein erwachsener Weißstorch hat ganz schön Appetit! Jeden Tag frisst er 500 bis 700 Gramm Nahrung. Das entspricht ungefähr 16 Mäusen oder 500 bis 700 Regenwürmern.

Richtig spannend wird es, wenn Nachwuchs im Nest ist: Ein Storchenküken kann in seiner Wachstumsphase bis zu 1,6 Kilogramm Nahrung am Tag benötigen. Hat eine Storchenfamilie zwei Jungvögel, müssen die Eltern täglich rund 4,6 Kilogramm Futter heranschaffen.

Kein Wunder also, dass Störche ihre Nester am liebsten dort bauen, wo Wiesen, Feuchtgebiete und Felder direkt vor der Haustür liegen. Lange Wege zur Futtersuche würden den Eltern nämlich jede Menge Energie kosten.


💚 Familyflair-Funfact: Würde ein Storch tatsächlich nur Regenwürmer fressen, müsste er jeden Tag bis zu 700 Würmer sammeln. Da hätten Mama und Papa Storch ganz schön viel zu tun!

Weitere Spannende Geschichten findet ihr in unserer Rubrik Kids & Family