Wegwerfen? Muss heute nicht mehr sein
Ein kleines Loch im Knie, ein kaputter Reißverschluss oder eine eingerissene Jacke – früher landeten viele Kleidungsstücke schnell im Altkleidercontainer oder sogar im Müll. Doch langsam verändert sich unser Umgang mit Mode. Immer mehr Familien setzen auf Reparieren statt Neukaufen.
Nicht nur aus Umweltgründen. Sondern auch, weil hochwertige Kleidung oft viel zu schade zum Wegwerfen ist. Gerade Kinderkleidung, Winterjacken oder Rucksäcke begleiten Familien über viele schöne Momente und dürfen ruhig ein zweites Leben bekommen.
Mit einem neuen Pilotprojekt zeigt jetzt auch Tchibo, wohin die Reise geht: Lieblingsstücke sollen länger getragen werden.

Der neue Reparaturservice von Tchibo
Unter dem Motto„Trag Gutes Weiter“ testet Tchibo für zunächst sechs Monate einen digitalen Reparaturservice in Deutschland.
Gemeinsam mit den Partnern Repair Rebels und der Hamburger Upcycling-Manufaktur Bridge&Tunnel können Kundinnen und Kunden ausgewählte Kleidungsstücke professionell reparieren lassen.
Das Prinzip ist einfach:
- Reparatur online anmelden
- Versandlabel erhalten
- Kleidung einschicken
- Repariertes Lieblingsstück nach rund zwei Wochen zurückbekommen
Zum Start lassen sich unter anderem reparieren:
- Hosen
- Jacken
- Röcke
- Kleider
- Kinderkleidung
- Skibekleidung
- Rucksäcke
Je nach Reparatur beginnen die Preise bei rund 15 Euro.

Warum dieser Trend gerade Familien begeistert
Gerade Familien wissen, wie teuer Kleidung geworden ist.
Eine gute Winterjacke kostet schnell über 100 Euro. Hochwertige Skikleidung oder Marken-Rucksäcke sind oft noch deutlich teurer.
Wenn sich ein Reißverschluss ersetzen oder ein Riss professionell schließen lässt, spart das nicht nur Geld – sondern vermeidet auch unnötigen Müll.
Besonders Kinder wachsen zwar irgendwann aus ihrer Kleidung heraus, viele Stücke werden jedoch schon vorher wegen kleiner Defekte aussortiert. Genau hier kann eine Reparatur sinnvoll sein.
Nachhaltigkeit beginnt im Kleiderschrank
Der Begriff Circular Economy klingt kompliziert. Dahinter steckt aber eine einfache Idee:
Produkte sollen möglichst lange genutzt werden.
Statt ständig neu zu kaufen, werden sie repariert, aufgearbeitet oder weitergegeben.
Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten gewinnt dieser Gedanke zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont und weniger Textilien entsorgt. Die Container sind schließlich eh schon immer voll 🙂


Unser Tipp: Nicht immer sofort ersetzen
Nicht jedes Kleidungsstück lohnt eine professionelle Reparatur. Einen fehlenden Knopf oder eine aufgegangene Naht bekommt man oft selbst wieder hin.
Bei hochwertigen Jacken, Outdoorbekleidung, Schulrucksäcken oder Lieblingsstücken sieht das anders aus. Hier kann sich eine Reparatur durchaus rechnen – finanziell und nachhaltig.
Ein schöner Nebeneffekt: Viele Kinder lernen dadurch ganz nebenbei, dass Dinge nicht sofort ersetzt werden müssen, nur weil sie einen kleinen Defekt haben.
Auch andere Marken dürften folgen
Dass Tchibo einen solchen Service testet, dürfte kein Zufall sein. Das Thema Recht auf Reparatur gewinnt europaweit an Bedeutung. Gleichzeitig wünschen sich immer mehr Verbraucher Angebote, mit denen sie Produkte länger nutzen können.
Sollte das Pilotprojekt erfolgreich sein, könnten ähnliche Reparaturservices künftig auch bei anderen Modehändlern zum Standard werden.
Familyflair-Fazit
Wir finden: Das ist einer der nachhaltigsten Trends der letzten Jahre. Nicht, weil plötzlich alles repariert werden muss, sondern weil sich unser Blick auf Kleidung verändert. Eine Lieblingsjacke muss nicht ersetzt werden, nur weil der Reißverschluss kaputt ist. Und ein Kinder-Rucksack hat oft noch viele Abenteuer vor sich. Wir verfolgen das Thema weiter!
Vielleicht ist genau das die schönste Form von Nachhaltigkeit: Dinge einfach ein bisschen länger zu lieben.






