Manchmal führt keine Landkarte zum Ziel, sondern ein Gespür für den richtigen Moment. Thomas Gerstgrasser und seine Frau Anna Stauder lernten sich während ihrer Ausbildung an der Hotelfachschule kennen. Schon damals verband sie ein gemeinsamer Traum: etwas Eigenes zu erschaffen.
Der Weg zur eigenen Vision
Nach ihrer Ausbildung zog es das Paar hinaus in die Welt. In renommierten Häusern in der Schweiz und in Österreich sammelten sie wertvolle Erfahrungen, arbeiteten sich mit Fleiß und Leidenschaft Schritt für Schritt nach oben und legten damit den Grundstein für ihre Zukunft. Um ihre Vision eines eigenen Hotels auch betriebswirtschaftlich auf solide Beine zu stellen, absolvierten beide berufsbegleitend ein Studium.
Der entscheidende Wendepunkt kam, als Thomas seinen sicheren Arbeitsplatz kündigte und sich als Berater für Tourismusbetriebe selbstständig machte. Das Unternehmen entwickelte sich erfolgreich, mehr als 30 Projekte wurden realisiert. Doch erst ein Satz seiner Frau Anna brachte die eigentliche Veränderung ins Rollen:
„Du machst immer alles für andere, aber nie etwas für uns.“
Dieser Gedanke ließ Thomas nicht mehr los.
Der Mut zum Risiko
Gesagt, getan. 2007 erfolgte der Spatenstich. Mit viel Eigenleistung, akribischer Planung und unermüdlichem Einsatz entstand innerhalb von nur neun Monaten Bauzeit das AROSEA.
Die Eröffnung im Jahr 2008 fiel jedoch mitten in den Beginn der globalen Wirtschaftskrise. Mit gerade einmal sechs Gästen starteten Anna und Thomas in ihr großes Abenteuer. Ein Schockmoment, der ihre Entschlossenheit jedoch nicht brechen konnte – im Gegenteil: Er bestärkte sie darin, ihren Weg konsequent weiterzugehen.

Pioniere eines neuen Tourismus
Schon vor fast 20 Jahren verfolgten Anna und Thomas eine Vision, die ihrer Zeit weit voraus war. Ihr Ziel: ein ganzheitliches, nachhaltiges Hotelkonzept auf Basis der Botanik-Architektur.
Dabei setzten sie konsequent auf das sogenannte „0-Kilometer-Prinzip“. Regionale Produkte, kurze Lieferwege und geschlossene ökologische Kreisläufe standen von Anfang an im Mittelpunkt. Während viele Betriebe noch auf das klassische All-inclusive-Modell setzten, entschieden sie sich bewusst für Qualität, Regionalität und Authentizität. Damit waren sie in der Region echte Vorreiter.


Auch das Raumkonzept folgt dieser Philosophie. Für Anna und Thomas ist Raum der wahre Luxus. Ihr Ziel war es, Gästen aus urbanen Lebensräumen ein Gefühl von Weite und Freiheit inmitten der Südtiroler Bergwelt zu schenken. Deshalb beginnen alle Zimmer bei großzügigen 36 Quadratmetern und verfügen über einen Balkon oder eine Terrasse.
Die Architektur selbst soll nicht dominieren, sondern mit der Natur verschmelzen. Ein besonderes Beispiel dafür ist die Fassade aus Lärchenholz, die bewusst der natürlichen Verwitterung überlassen wird – ganz nach dem Vorbild der traditionellen Bauernhöfe im Ultental.



Geschichten mit Wurzeln
Heute ist das AROSEA weit mehr als ein Hotel. Für Thomas ist es ein lebendiges Netzwerk aus Geschichten, Erinnerungen und Begegnungen. In jedem Winkel finden sich liebevoll ausgewählte Details mit besonderer Bedeutung: ein alter Schlitten aus dem Besitz von Annas Großvater oder eine historische Badewanne aus der Zeit von Kaiserin Sissi. Jedes Stück schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Auch ihr unternehmerisches Handeln folgt bis heute einer klaren Win-win-Philosophie. Die Eier stammen vom kleinen Biobauern nebenan, der Käse von der Bergkäserei im Tal.
„So weiß ich, dass die Qualität stimmt. Gleichzeitig unterstütze ich die Region und kann meinen Gästen bei einer Wanderung die Geschichte hinter den Produkten erzählen“, erklärt Thomas.



Das AROSEA ist ein Ort, an dem Menschen durchatmen können. Ein Ort, an dem Anna und Thomas bewiesen haben, dass sich Träume mit Mut, Pioniergeist und einer klaren Haltung nachhaltig verwirklichen lassen. Lest unbedingt auch den Artikel zum Konzept Workation im AROSEA.
Fazit
Unsere Kollegin Birgit hat sich mit Thomas Gerstgrasser getroffen und spannende Einblicke in die Philosophie und das Konzept des AROSEA erhalten. Dabei wurde schnell deutlich: Hinter diesem besonderen Hotel steckt weit mehr als ein durchdachtes Wellnesskonzept. Es ist die Geschichte zweier Menschen, die mit Mut, Leidenschaft und einer klaren Vision ihren Traum verwirklicht haben. Ein inspirierendes Gespräch, das zeigt, wie Nachhaltigkeit, Regionalität und echte Gastfreundschaft zu einem einzigartigen Gesamterlebnis verschmelzen. Unser Fazit: WOW – was für eine beeindruckende Storie!







