Es gibt Marken, die begleiten uns ein Leben lang. Nicht, weil sie laut sind. Sondern weil sie zu den kleinen und großen Momenten dazugehören.
Geburtstage, Hochzeiten, Silvester, Jubiläen oder einfach ein Abend mit Freunden – irgendwo steht oft eine Flasche mit der berühmten roten Kapsel auf dem Tisch.
2026 feiert Rotkäppchen sein 170-jähriges Bestehen. Und kaum eine deutsche Marke erzählt eine so bewegende Geschichte über Unternehmergeist, Tradition und Neuanfang wie die Sektkellerei aus Freyburg an der Unstrut.
Alles begann 1856 in Freyburg



Die Geschichte beginnt am 26. September 1856.
Die Brüder Moritz und Julius Kloss gründeten gemeinsam mit ihrem Freund Carl Foerster in Freyburg an der Unstrut eine Weinhandlung mit eigener Sektproduktion. Die ersten Flaschen wurden noch in einem Hinterhaus abgefüllt – niemand ahnte damals, dass daraus einmal Deutschlands erfolgreichste Sektmarke entstehen würde.
Schon früh legten die Gründer großen Wert auf Qualität und Innovation.
Sie präsentierten ihre Sekte auf Ausstellungen, erhielten zahlreiche Auszeichnungen und investierten kontinuierlich in den Ausbau ihrer Kellerei.
Wie Rotkäppchen zu seinem Namen kam
Ursprünglich hieß der bekannteste Sekt der Kellerei „Monopol“.
Doch 1894 durfte dieser Markenname aufgrund eines Rechtsstreits mit einem französischen Champagnerhaus nicht mehr verwendet werden.
Die Lösung war ebenso einfach wie genial.
Die markante rote Folienkapsel auf jeder Flasche war längst zum Wiedererkennungsmerkmal geworden. Also machte man sie kurzerhand zum Namen.
Rotkäppchen war geboren. So einfach kann es sein. 😎
Bis heute gehört die Marke zu den ältesten eingetragenen Marken Deutschlands.


Kriege, Enteignung und ein fast verlorenes Kapitel
Die Geschichte verlief allerdings nicht geradlinig.
Zwei Weltkriege, wirtschaftliche Krisen und schließlich die Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg veränderten das Unternehmen grundlegend.
Aus der privaten Sektkellerei wurde der VEB Rotkäppchen Sektkellerei in der DDR.
Trotz aller Veränderungen blieb Rotkäppchen dort die bekannteste Sektmarke und wurde für viele Menschen zum festen Bestandteil besonderer Anlässe. Auch bei uns gab es keine Feier ohne Rotkäppchen!
Die Wende wurde zur größten Herausforderung
Mit der deutschen Wiedervereinigung stand Rotkäppchen plötzlich vor dem Aus.
Westliche Marken dominierten den Markt, der Absatz brach massiv ein und viele hielten das Unternehmen für nicht mehr überlebensfähig.
Doch genau in dieser Phase begann eines der spannendsten Kapitel der Unternehmensgeschichte.
1993 übernahmen mehrere Manager die Kellerei in einem Management-Buy-out. Sie glaubten an die Marke, investierten in ihre Zukunft und machten Rotkäppchen Schritt für Schritt wieder erfolgreich.
Heute gilt diese Entscheidung als eine der großen ostdeutschen Erfolgsgeschichten nach der Wiedervereinigung.
Vom Sanierungsfall zum Marktführer
Der Mut zahlte sich aus.
2002 wurde Rotkäppchen Marktführer auf dem deutschen Sektmarkt. Gleichzeitig entstand durch die Übernahme bekannter Marken wie Mumm, Jules Mumm und MM Extra die heutige Unternehmensgruppe Rotkäppchen-Mumm. Weitere Traditionsmarken wie Geldermann kamen später hinzu.
Heute gehört die Unternehmensgruppe zu den führenden Anbietern von Schaumwein, Wein und Spirituosen in Deutschland.
Ein Wahrzeichen unter der Erde
Wer Freyburg besucht, entdeckt nicht nur eine traditionsreiche Sektkellerei.
Im historischen Domkeller steht eines der außergewöhnlichsten Weinfässer Deutschlands.
Das kunstvoll geschnitzte Cuvée-Fass aus dem Jahr 1896 fasst beeindruckende 120.000 Liter und gehört bis heute zu den Wahrzeichen der Rotkäppchen-Welt.

Seit 2023 lädt außerdem die neue Rotkäppchen Erlebniswelt Besucher dazu ein, hinter die Kulissen der traditionsreichen Kellerei zu schauen und die Geschichte der Marke hautnah zu erleben.
170 Jahre – und noch immer nah bei den Menschen
Zum Jubiläum stellt Rotkäppchen nicht sich selbst in den Mittelpunkt, sondern die Menschen, die die Marke seit Generationen begleiten.
Unter dem Motto „Der Moment seid ihr“ feiert das Unternehmen 170 Jahre gemeinsamer Erinnerungen – mit Veranstaltungen, Sonderaktionen und vielen Geschichten aus dem Leben seiner Fans.
Unsere Familyflair-Gedanken
Bei Geschichten mit Wurzeln faszinieren uns Unternehmen, die Generationen überdauern.
Rotkäppchen ist genau so eine Geschichte.
Nicht nur wegen des Sekts selbst. Sondern vor allem, weil hinter der roten Kappe 170 Jahre voller Mut, Rückschläge, Neuanfänge und echter Leidenschaft stecken.
Vielleicht ist genau das das Geheimnis großer Marken: Sie verkaufen nicht nur ein Produkt – sie begleiten Erinnerungen.
Infobox: 170 Jahre Rotkäppchen
🍾 Gegründet: 1856 in Freyburg (Unstrut)
🍾 Gründer: Moritz Kloss, Julius Kloss und Carl Foerster
🍾 Markenname „Rotkäppchen“: seit 1895
🍾 Besonderheit: Deutschlands bekannteste Sektmarke mit der berühmten roten Kapsel
🍾 Marktführer: seit 2002
🍾 Erlebniswelt: seit 2023 in Freyburg geöffnet
🍾 Jubiläum: 170 Jahre im Jahr 2026
Freyburg – ein Ausflugsziel mit Geschichte
Wer die Rotkäppchen Sektkellerei besucht, entdeckt gleichzeitig einen der schönsten Orte der Saale-Unstrut-Region. Das romantische Winzerstädtchen Freyburg blickt auf eine über 1.000-jährige Weinbautradition zurück und lädt mit seinen kleinen Gassen, Weinbergen und gemütlichen Straußwirtschaften zum Verweilen ein.
Mein Tipp: Plant für den Besuch ruhig etwas mehr Zeit ein. Freyburg ist nicht nur wegen der Sektkellerei einen Ausflug wert, sondern auch wegen seiner wunderschönen Altstadt, der Weinberge und der besonderen Atmosphäre entlang von Saale und Unstrut.

Warum Rotkäppchen für mich mehr ist als nur eine Marke
Vielleicht verbindet mich mit Rotkäppchen auch deshalb so viel, weil ich ganz in der Nähe von Freyburg aufgewachsen bin. Es ist einer dieser Orte, zu denen es mich immer wieder zurückzieht. Egal ob mit Freunden oder der Familie – wer mich begleitet und die Rotkäppchen Sektkellerei noch nicht kennt, wird von mir kurzerhand dorthin „mitgeschleppt“. Denn diese traditionsreiche Geschichte muss man einfach einmal selbst erlebt haben.



Besonders die neue Rotkäppchen Erlebniswelt begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Sie verbindet Geschichte, moderne Inszenierung und viele spannende Einblicke in 170 Jahre Unternehmensgeschichte. Für mich ist sie ein Ausflugsziel, das ich immer wieder gerne empfehle – und ehrlich gesagt kenne ich inzwischen fast jede Ecke. Ich glaube, langsam könnte ich dort auch als Guide anfangen. 😉



Und mal ganz ehrlich: Eine Weihnachtsfeier unserer Redaktion ohne eine Flasche Rotkäppchen? Für uns schlicht undenkbar. Manche Marken begleiten eben nicht nur Generationen – sondern auch die schönsten gemeinsamen Momente.

Unser persönlicher Lieblingssekt
Wenn wir schon bei Rotkäppchen sind, dürfen wir unseren Favoriten natürlich nicht verschweigen: 1856 Weißburgunder Extra Trocken. Der feinperlige Sekt wird aus Weißburgunder-Trauben aus dem Weinbaugebiet Saale-Unstrut hergestellt und begeistert mit fruchtigen Aromen von reifen Äpfeln und Birnen sowie einer feinen Note von Honigmelone. Frisch, elegant und nicht zu süß – für uns die perfekte Wahl, wenn es etwas zu feiern gibt oder einfach ein schöner Abend mit Familie und Freunden ansteht.

PS: Falls ihr jetzt Lust bekommen habt, ihn zu probieren: Den 1856 Weißburgunder Extra Trocken findet ihr nicht im klassischen Handel, sondern exklusiv in der Rotkäppchen Erlebniswelt in Freyburg. Für uns ist das immer ein guter Grund, wieder einmal vorbeizuschauen. 🍾







