Es gibt Marken, die begleiten uns ein Leben lang. Der erste Babybody. Der Schlafanzug für den Kindergarten. Die Mütze für den Winter oder die Deko für den Advent. Ernsting’s family gehört für viele Familien ganz selbstverständlich dazu.
Doch hinter der bekannten Marke steckt weit mehr als Mode. Es ist die Geschichte einer Familie, die nach schweren Zeiten den Mut hatte, neu anzufangen – und dabei nie vergessen hat, wo ihre Wurzeln liegen.
Genau solche Geschichten erzählen wir bei Geschichten mit Wurzeln.
Ein Neuanfang nach schweren Jahren
Als Kurt Ernsting nach dem Zweiten Weltkrieg nach Coesfeld zurückkehrte, lag nicht nur Deutschland in Trümmern. Auch seine Familie hatte schwere Verluste erlitten. Sein Vater und eine Schwester kamen im Krieg ums Leben, das elterliche Textilgeschäft war zerstört. Kurt Ernsting selbst kehrte verwundet aus dem Krieg zurück.
Doch Aufgeben war für ihn keine Option.
Gemeinsam mit seiner Mutter begann er, das Familienunternehmen wieder aufzubauen. Nach einer Ausbildung im Textilhandel sammelte er Erfahrungen in der Branche und entwickelte langsam eine Idee, die später Millionen Familien begleiten sollte.
Kurt und Lilly – gemeinsam stärker
1955 heiratete Kurt seine große Liebe Lilly Ernsting. Gemeinsam bekamen sie vier Kinder und bauten nicht nur eine Familie auf, sondern schufen auch das Fundament eines Unternehmens, das bis heute ihren Namen trägt.
Während Kurt als ideenreicher Unternehmer galt, war Lilly weit mehr als seine Ehefrau. Sie war Ratgeberin, Unterstützerin und eine wichtige Kraft im Hintergrund. Bodenständigkeit, Verlässlichkeit und ein respektvoller Umgang mit Menschen gehörten zu den Werten, die beide lebten – und die bis heute die Unternehmenskultur prägen.

Alles begann in einer Waschküche
1967 wagte Kurt Ernsting den Schritt in die Selbstständigkeit.
Der erste „minipreis“-Selbstbedienungsladen entstand nicht in einer Einkaufsmeile, sondern in einer ehemaligen Waschküche des elterlichen Hauses in Coesfeld.
Seine Idee war so einfach wie genial: Gute Kleidung zu Preisen anbieten, die sich möglichst viele Familien leisten können.
Das Konzept traf den Nerv der Zeit.
Schon ein Jahr später gründete Kurt Ernsting die Minipreis Ernsting Handels-GmbH. Aus wenigen Geschäften wurden innerhalb weniger Jahre Dutzende Filialen.
Eine kleine Anekdote zeigt, wie bescheiden der Gründer blieb. Als die ersten Filialen erfolgreich liefen, soll Kurt Ernsting einmal gesagt haben:

„Bei zehn Filialen ist Schluss.“
Dass daraus einmal rund 2.000 Filialen werden würden, konnte damals niemand ahnen.
Von „minipreis“ zu Ernsting’s family
Mit dem Wachstum entwickelte sich auch die Marke weiter.
Aus „minipreis“ wurde zunächst „miniladen“, später „Ernsting’s miniladen“ und schließlich 1990 der Name, der heute in ganz Deutschland bekannt ist:
Ernsting’s family.
Der Name war bewusst gewählt. Er sollte zeigen, worum es dem Unternehmen schon immer ging: Familien.
Nicht schnelle Mode um jeden Preis, sondern Kleidung und Produkte, die den Alltag einfacher machen und bezahlbar bleiben.


Eine Marke, die mit Familien wächst
Heute umfasst das Sortiment längst mehr als Kindermode.
Baby- und Kinderbekleidung, Damenmode, Wohnaccessoires, Spielwaren, Geschenkideen und saisonale Dekoration gehören ebenso dazu wie der eigene Online-Shop.
Dabei blieb das Unternehmen seiner ursprünglichen Idee treu: Gute Qualität zu fairen Preisen – für möglichst viele Familien.
Bis heute im Familienbesitz
Ernsting’s family gehört bis heute der Familie Ernsting.
Während zahlreiche Handelsunternehmen in den vergangenen Jahrzehnten von internationalen Konzernen oder Finanzinvestoren übernommen wurden, ist Ernsting’s family ein unabhängiges Familienunternehmen geblieben.
Die Eigentümerfamilie hält sich bewusst aus dem Tagesgeschäft heraus. Die operative Verantwortung liegt heute bei Geschäftsführer Timm Homann und seinem Management-Team. Die Familie begleitet die langfristige Entwicklung des Unternehmens als Eigentümerin.
Diese Unabhängigkeit ermöglicht Entscheidungen mit Weitblick – ohne den Druck kurzfristiger Renditeziele.
Verantwortung endet nicht an der Ladentür
Für Kurt und Lilly Ernsting bedeutete Unternehmertum immer auch Verantwortung.
Schon früh engagierte sich das Ehepaar für soziale Projekte. Aus diesem Gedanken entstanden später die Kurt und Lilly Ernsting Stiftung sowie die Ernsting Stiftung Alter Hof Herding.
Bis heute fördern die Stiftungen unter anderem Kultur, Bildung, Wissenschaft, soziale Projekte sowie Umwelt- und Naturschutz. Auch das bekannte Konzert Theater Coesfeld geht auf das Engagement der Familie zurück.

Ernsting’s family heute
Aus dem kleinen Laden in einer Waschküche ist eines der größten familiengeführten Modeunternehmen Deutschlands geworden.
Ernsting’s family auf einen Blick
- Gründung: 1967 in Coesfeld
- Firmensitz: Coesfeld-Lette
- Weitere Standorte: Vertriebs-Center Klieken und Regional-Center Schwarzenbek
- Beschäftigte: mehr als 12.500 Mitarbeitende
- Filialen: rund 2.000 in Deutschland und Österreich
- Vertriebswege: Filialen, Online-Shop und Mobile Shop
Beeindruckend ist dabei nicht nur das Wachstum. Sondern die Tatsache, dass das Unternehmen trotz seiner Größe bis heute seinen familiären Charakter bewahrt hat.
Gut zu wissen
- 🧺 Der erste Laden entstand tatsächlich in einer ehemaligen Waschküche.
- 👨👩👧👦 Kurt und Lilly Ernsting hatten vier Kinder.
- 🏪 Aus einem kleinen Testgeschäft wurden rund 2.000 Filialen.
- 🏛️ Das moderne Creative Center auf dem Campus in Coesfeld wurde vom Architekturbüro David Chipperfield geplant.
- ❤️ Seit Jahrzehnten engagiert sich das Unternehmen gemeinsam mit Herzenswünsche e. V. für schwer kranke Kinder.
Unser Fazit
Manchmal sind es nicht die lautesten Unternehmen, die die schönsten Geschichten erzählen.
Die Geschichte von Ernsting’s family beginnt nicht mit einem Businessplan oder einer großen Investition. Sie beginnt mit einer Familie, die nach schweren Schicksalsschlägen den Mut hatte, neu anzufangen.


Aus einer Waschküche in Coesfeld entstand eine Marke, die heute Millionen Familien begleitet. Und obwohl Ernsting’s family zu den größten Modehändlern Deutschlands zählt, spürt man bis heute, dass hinter dem Namen keine anonyme Unternehmensgruppe steht, sondern die Werte einer Familie. Wir finden es Klasse!







